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Archivalische Nennungen
bezeugen das Vorhandensein einer Kirche erst 1177. Als Wallfahrtskapelle
bereicherte die Kirche den Ort zur Fürstenwallfahrt. An der Rückseite
des Altars hatte Erzherzog Sigismund sein Sgraffito hinterlassen (hic
sigismundus dux).
Mit dem Erbauen des
Langhauses, zu dem auch das Seitenschiff zu rechnen ist, hatte Friedrich
von Pfalzen 1449 begonnen. Erst 1489 konnte Meister Valentin Winkler aus
Pfalzen den Bau mit der Wölbung abschließen, was von Erzherzog Sigismund
wärmstens befürwortet wurde. 1513 zog Meister Nikolaus von Pfalzen die
nicht mehr existente Gruftkapelle hoch. Der einheitliche Bau der
Wallfahrtskirche, und nur diese Funktion rechtfertigt einen derart
großen Kirchenbau mit 32 m Länge und 10 m Breite in kleinen Weiler,
gehört zu den schönsten Raumschöpfungen der späten Gotik hierzulande.
Den Außenbau markiert die reiche Verwendung des Pfalzner Granits. Erst
sekundär ist das heutige Westportal aus Tuffstein eingesetzt worden. Das
Spitzbogenfenster über dem Portal, wo in der Regel eine Rosette
angebracht ist, ist ein neugotischer Ausbruch.
Im Inneren dominiert der
Eindruck des gleichmäßig beleuchteten schmalen und zugleich lang
gestreckten Raumes. Das Wölbungskonzept des Rautennetzes mit den
ausschließlich runden Schlusssteinen im Chor und den runden und
viereckigen im Laienraum ist einheitlich. Von der Pacherschule bemalt
sind die Steine im Chorbereich. Es flankieren die Evangelistensymbole
des Matthäus und Johannes, die Kirchenpatrone Jakobus d. Ä. und
Sigismund sowie die thronende Madonna. Die runden Schlusssteine im
Langhaus berücksichtigen die Flucht nach Ägypten, den Betlehemitischen
Kindermord, den heiligen Christophorus, die vier Kirchenväter und die
heiligen Georg und Sebastian.
Zu
den ältesten Bauteilen zählt der Turm. Die regelmäßigen Steinlagen mit
den vortretenden Fugen sprechen für eine Entstehung im 14. Jahrhundert.
Nennenswert ist das
Vesperbild vor einer Fluss- und Stadtlandschaft links vom Hauptportal.
Das schräg in die Bildtiefe führende leere Kreuz und die Art der
Landschaftsdarstellung deuten auf die Bezeichnung „Donauschule“.
Das riesige
Christophorusfresko an der Südwand ist das schönste Fassadenbild, das
die frühe Renaissance in Tirol hinterlassen hat. Der Christusträger
erscheint in einem antikisch aufgefassten Triumphbogen. Auf dem Gebälk
spielen sitzende Engel mit Laute und Geige. Am rechten Ufer sitzt ein
Einsiedler vor einer gotischen Kapelle, daneben ein Pustertaler Hof. Das
St. Sigmunder Christophorusfresko ist der erste überzeugende Versuch in
der lokalen Monumentalmalerei. Sie hält die Erinnerung an Peter Troyer,
Mair im Gruben, wach und wird Ulrich Springenklee zugeschrieben, der in
Bruneck eine Trinkstube ausgemalt hatte. Springenklee war Schüler von
Albrecht Dürer.
Nennenswert sind auch die
Wandbilder über dem Südeingang. Den drei Jungfrauen von Meransen liegen
Mönche zu Füßen, welche sie verehren und anbeten. Die mittlere der drei
trägt eine Papstiara als Kopfbedeckung.
Von großer Bedeutung ist der
Flügelaltar. Erzherzog Ernst, Onkel und Erzieher von Herzog Sigismund,
gab den Altar in Auftrag. Der Altar von St. Sigmund ist der älteste
vollständig erhalten gebliebene Schnitzaltar in Tirol. Über allem thront
die Kreuzigungsgruppe, das Schreinzentrum nimmt Maria mit dem Kind ein,
und rechts und links verweilen die eigentlichen Kirchenpatrone.
Die Flügelinnenseiten
stellen abbreviert das Marienleben vor. Verkündigung, Darbringung im
Tempel, die Auffindung Jesu unter den Schriftgelehrten und der Marientod
markieren wesentliche Momente der Heilsgeschichte.
Bei geschlossenen
Schreinflügeln werden Heiligendarstellungen sichtbar. Links ist das
Martyrium von König Sigismund, seiner zweiten Frau und seiner Kinder
dargestellt. Die Darstellung des heiligen Mauritius mag wieder mit der
Gefangenschaft Sigismunds in St. Maurice zu tun haben.
Der neugotische Hochaltar in
der Seitenkapelle wurde 1857 vom Natzer Bildhauer Lapper angefertigt,
während die zwei Seitenaltäre, Kommunionbank, Chor – und Kirchenstühle
und die Kanzel zwischen 1875 und 1880 entstanden. Von den mobilen
Ausstattungsstücken sind die beiden geschnitzten Kerzenstangen im Chor
zu erwähnen, wertvolle Schnitzarbeiten aus der Zeit um 1600, in
gotischem sowie renaissancem Stil. Weiters stammen aus dieser Kirche ein
bekanntes Votivbild aus Wachs des Grafen Leonhard von Görz (seit 1897 im
Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck) und die Votivtafel Jaufenberg vom
Jahre 1410 (in der Gemäldesammlung der Abteikirche Neustift).
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