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Kapelle in Rosspichl |
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Wenn man St. Sigmund gegen Osten hin verläßt, beginnt die Straße zu steigen. Vor dem großen Gasthaus Gisser macht sie einen Buckel. Zwar ist die Steigung nicht so arg wie beim Kniepaß, aber ein "Bühel" - Pichl - ist dort. Dort steht ganz nahe der Straße eine kleine Kapelle, die Privatkapelle "beim Rastbichler" wird sie genannt. Es wird erzählt, daß Jakob Rastbichler ein großer Förderer alles Guten in der Gemeinde, ein großer Gönner der St. Sigmunder Pfarrkirche, 1802 an seiner Behausung eine kleine Kapelle erbaute. Es sollte eine Privatkapelle für seine Familie und seine Dienstboten sein, wie eine Inschrift über der Tür meldet. Der Altar ist eine frühe Arbeit von J. Renzler "Maria Heimsuchung" darstellend. Auch verschiedene Gemälde zieren die Kirche. Alles gute Arbeit und auch von J. Renzler. Der Gründer, so wird berichtet, hatte noch mit seiner Familie und seinen Dienstboten täglich dort den Abendrosenkranz gebetet. Der Stifter starb 1863. Ob die Stelle, wo die Kapelle steht, auch ein "Rastort" war für Fuhrleute und Wanderer? Heute steht sie armselig da und verschüchtert, denn in der Nähe erhebt sich das neue noble Hotel "Rastbichler". Das Kirchlein beachtet niemand, ja, man hat den Eindruck, daß es dem rasenden Verkehr im Wege ist, und daß man es am liebsten wegbaggern ließe! Das ist der Wandel der Zeiten. Die Religion soll sich ducken und bücken und verstecken, um dem Geld, dem Geschäft, dem Verkehr und dem Tourismus Platz zu machen! (so Kan. A. Schwingshackl)
Text:
DDr.
Josef Bertrand Vollmann
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